Die Hebriden – innen und außen

In Mallaig packen wir unser Kaschdl kurzerhand auf die Fähre zur Isle of Skye, um die angeblich schönste der Hebriden-Inseln zu erkunden. Auf jeden Fall ist sie die vollste! Von ihrer Schönheit sehen wir wegen des Regens noch nicht allzu viel – wir verziehen uns erstmal nach Glenbrittle und schmökern in unserer Urlaubslektüre.

Sligachan Bridge
Naturcampingplatz in Glenbrittle

Auf dem Weg zur Fähre zur Isle of Lewis and Harris legen wir noch einen Stopp ein, um uns eine kurze Wanderung zu den Fairy Pools zu gönnen.

Einer der „Fairy Pools“ (eine Aneinanderreihung von kleinen Wasserfällen und -becken)

Am Hafen von Uig werden wir gefragt, ob wir auch zum Festival rüberfahren. Festival?! The busiest week of the year?! Bedeutet das Menschenmassen? Und was ist mit der vom Reiseführer versprochenen Einsamkeit? Mein Liebster stattet sich schon mal mit ein paar Flaschen der hiesigen Isle of Skye Brewing aus, während ich schnell die Route umplane. Um es vorweg zu nehmen: An den schönsten Orten sind wir nicht alleine, aber es ist – gerade in der Hochsaison – erträglich.

Fähre von Uig nach Tabert

Als erstes sehen wir uns bei unverhofft schönem Wetter die absolute Attraktion der Insel an: Die „Standing Stones of Callanish“ – ein 5.000 Jahre alter Steinkreis. Danach entdecken wir die landschaftlichen Reize: Auf dem Inselteil Lewis dominieren Hochmoore, Harris dagegen ist rauher und gebirgiger.

Standing Stones of Callanish
Irgendwo auf Harris

Uns zieht es an die Westküste zu den langen weißen Traumstränden am türkisblauen Meer. Wir fühlen uns fast wie in der Karibik (wenn nur das Wasser nicht so kalt wäre!) und ihr dürft jetzt mal ein bisschen neidisch werden:

Traigh Bosta
Wanderung bei Huishinish…
… vorbei an einem einsamen Cottage am Loch na Cleabhaig …
… zum Strand Traigh Mheilein

Aber jeder Traum endet einmal und so werden Regen und starker Wind das Wetter der nächsten Tage bestimmen. Die trübe Stimmung passt eigentlich gut zur „Mondlandschaft“ auf Süd-Harris, die wir auf der Golden Road durchqueren („golden“,  da angeblich die teuerste Straße (pro km) Großbritanniens). Wir wagen sogar einen Strandspaziergang bei gefühlter Windstärke 10 und waagerecht peitschendem Regen. Völlig durchnässt stellen wir danach jegliche Aktivitäten ein und bereiten uns auf die Rückreise zur Isle of Skye vor.

Golden Road
Frisch gestochener Torf, der traditionell zum Heizen genutzt wird
Kirche St Clemens in Rodel
Strand bei Scarista

Außer Touristen werden wir auch auf der Rückfahrt über die Isle of Skye kaum etwas erspähen können, hüllt sich die Insel doch in Regenwolken und Nebel. Die Wanderung zum „Old Man of Storr“ fällt aus und die Stimmung fast auf ihren Tiefpunkt. Ein Highlight wollen wir aber nicht verpassen, kaum dass wir wieder Festland unter den Rädern haben: Eilean Donan Castle, wo u.a. der Highlander gedreht wurde.

Burg Eilean Donan Castle, die 1719 von den Engländern zerstört und erst 1912-1932 vom Clan MacRae wieder aufgebaut wurde

Und es regnet und regnet und regnet… So fahren wir einfach weiter gen Norden ins Wester Ross, um uns von den Midges auffressen zu lassen…

Du magst vielleicht auch