Die Costa del Sol – wie sollte es auch anders sein – verabschiedet uns mit sintflutartigen Regenfällen, Gewitter, Hagel und Sturm. Wir flüchten uns ein wenig nach Norden, vorbei an endlosen, mit Plastikplanen umhüllten Obst- und Gemüseplantagen. Hier kommen die Tomaten im Winter und die Erdbeeren im März her, bewässert z.T. durch illegale Brunnen… Ich denke wieder verstärkt an regional und saisonal…

Auf unserem Weg liegt der Naturpark Cabo el Gata-Nijar, in dem es nur 25 Tage pro Jahr regnen soll. Gerade am Meer angekommen, gibt es den nächsten Wolkenbruch, der für die an die extreme Trockenheit angepasste Fauna und Flora für das ganze Jahr reichen müsste. Den Nachmittag vertreiben wir uns mit der Autobiografie von Käpt’n Blaubär. Vielleicht um uns zu versöhnen, kriecht am Abend doch noch mal kurz die Sonne hervor.


Aber Wasser bedeutet Leben und so fängt die Wüste sofort an zu grünen. Für eine ausgedehnte Wanderung fehlt die Zeit, aber wir fahren abenteuerlustig über schlammige Pisten durch den Naturpark zu abgelegenen Stränden.




In den Orten gefallen mir die hier typischen quaderförmigen, weißen Häuser. Auch moderne Bauten greifen gerne den traditionalistischen Baustil auf.

Wir kommen nur langsam nach Norden voran, in Elx / Elche lockt der Palmengarten El Huerto del Curo mit seiner einzigartigen Kaiserpalme und wuchtigen Kakteen, die mein Liebster sofort Schwiegermutter-Hocker tauft, wobei offen bleibt, ob er seine oder meine (Schwieger-)Mutter im Sinn hat.


Unseren idyllischen Übernachtungsplatz finden wir in den Bergen bei Petrer in einer schön angelegten Área Recreativa, wo wir noch einmal absolute Stille genießen können.

Ab jetzt müssen wir Kilometer fressen – für Tarragona, wo die Römer ihre Spuren sichtbar hinterlassen haben, reicht so die Zeit leider nur für einen flüchtigen Blick.


Denn mein Liebster will pünktlich zum Markttag in Le Bugue im Périgord sein und diesen Herzenswunsch möchte ich ihm natürlich gerne erfüllen.