Die Vesterålen liegen nördlich der Lofoten und werden angesichts der berühmten Inselkette, die wir erst später bereisen werden, etwas stiefmütterlich behandelt. Aber wir machen uns auf, auch ihre Attraktionen zu entdecken. Und da wird vor allem mit „Whale Watching“ geworben. So einen Meeresriesen wollen wir natürlich auch mal aus der Nähe sehen und zahlen zähneknirschend den Wucherpreis, um mit vielen anderen, vornehmlich deutschen Touristen aufs offene Meer zu fahren und die 100%-ige Walgarantie einzulösen.
Zunächst aber erklärt uns eine deutsche Studentin der Meeresbiologie, was wir alles über Wale wissen sollten. Zum Beispiel werden wir aufgrund der Jahreszeit auf Pottwale treffen und zwar auf männliche, für die Weibchen ist es hier zu kalt. Die Nordspitze der Vesterålen ist übrigens deshalb so gut zum Wale-Beobachten geeignet, weil hier die Tiefsee recht dicht bis an die Küste heranreicht und es einen reich gedeckten Tisch für die großen Säuger gibt.
So fahren wir auch nur ca. 45 Minuten bei schönem Wetter und relativ ruhiger See zum Jagdgebiet der Wale, wo unser Schwesterschiff schon Ausschau hält, und haben auch gleich Glück. Ein ca. 15 Meter langer Pottwal ist gerade wieder aufgetaucht und muss nun erstmal ein paar Minuten Luft holen, bevor er erneut abtaucht. Dann ruft unser Kapitän „diving“ und um uns herum klicken wie wild die Fotoapparate, um die aufrecht stehende Schwanzflosse digital einzufangen. Einen Sprung wird es in diesen kalten Gewässern nicht geben – das kostet zu viel Energie – und außerdem sind ja auch keine Weibchen hier, den man imponieren könnte. Auch mehrere Wale gleichzeitig sind nicht zu sehen – sie sind Einzelgänger.


So warten wir geduldig auf das Ende des Tauchgangs unseres Wals, der eine dreiviertel Stunde dauern wird. Die Wartezeit vertreiben sich die Safari-Touristen mit dem Fotografieren des jeweils anderen Schiffes. In der Ferne kann man wohl kurz zwei Zwergwale sichten. Und dann wiederholt sich das ganze Spiel: Ein paar Blas und eine Schwanzflosse.



Ehrlich gesagt haben wir uns das schon ein bisschen spektakulärer vorgestellt, aber immerhin: Wir haben einen Pottwal in freier Wildbahn gesehen und eine Bootstour bei strahlendem Sonnenschein genossen!

