Ich habe Bruno schon mal kurz erwähnt, aber für alle, die ihn nicht kennen, hole ich etwas aus: Martin Walker hat für seine Krimireihe, die im Périgord angesiedelt ist, eine äußerst sympathische Romanfigur erschaffen: Bruno, Chef de Police. Rund um den (fiktiven) Ort Saint-Denis klärt der Dorfpolizist so manches Verbrechen auf und führt uns nebenbei in die perigordinische Küche ein. Dabei werden Landschaft und Menschen so idyllisch beschrieben, dass wir immer schon dorthin reisen wollten. Martin Walker schreibt nicht nur über das Périgord, er lebt auch dort, genauer gesagt in Le Bugue, das ihn für seine Romane inspiriert hat.
Und jetzt sind wir hier. Heute ist Markttag und wir verzichten aufs Frühstück, denn wir wollen die regionalen Köstlichkeiten probieren. Im Falle meines Liebsten bedeutet das ein pain au chocolat gefolgt von einem tartelette aux framboises. Der Markt ist riesig, meine Augen und die dann prall gefüllten Taschen auch – nur unser Kühlschrank ist winzig. Egal, Gemüse und Salat vom Biohof sehen knackig aus, es gibt endlich Vollkornbrot, die Käseauswahl ist fantastisch und bei einem Stand gibt es sechs verschiedene Sorten Erdbeeren zu kaufen! Wir schlendern über den Markt, probieren hier und da und kommen uns schon fast wie in einem Bruno-Buch vor. Die Einheimischen stehen in Grüppchen zusammen und halten einen kleinen Plausch. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre trotz der vielen Menschen. Wir kommen auch zur Ruhe und beschließen, heute nicht mehr weiterzufahren.



Der angekündigte Regen bleibt aus und wir fahren mit den Rädern an der Vézère entlang. Wir genießen die Landschaft, gehen im Park vom Château Campagne spazieren und kommen an einem Campingplatz vorbei, wo wir uns die nächsten Tage einquartieren könnten.


Auf dem Rückweg denke ich an all die leckeren Dinge, die wir auf dem Markt eingekauft haben. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen und ich stelle schon mal – ganz im Stil von Bruno – gedanklich unser Menü für heute Abend zusammen: Oliven und eine Art französisches Pesto rosso (ich habe den Namen vergessen) als Vorspeise, dazu Brot. Dann Quiche mit frischem Salat (angemacht mit Walnussöl und Himbeerbalsam) mit Walnüssen und cabecou, dazu einen Bordeaux (oder naturtrüben Apfelsaft). Als Dessert gibt es tarte aux noix und frische Erdbeeren. Gedacht, getan:

Wenn das so weitergeht, müssen wir das Kaschdl noch mehr auflasten und als LKW zulassen! Dabei soll doch die perigordinische Küche eine der besten Frankreichs sein… Bon appétit!