Nachdem ich in Clermont-Ferrand neue Wanderschuhe erstanden habe (es gibt schließlich noch so viele Wege zu entdecken!), machen wir uns in Richtung Le Puy auf, entschließen uns aber spontan, Vieille Brioude zu besichtigen und dann eine kleine Landstraße am Fluss Allier entlang zu fahren.

Wir haben keine Lust mehr weiterzufahren und finden einen schön gelegenen Campingplatz in Langeac. Wir stehen dort fast alleine direkt am Ufer des Allier.

Morgens aufwachen mit Blick auf den leise gurgelnden Fluss, die Sonne blinzelt zwischen den Bäumen hindurch, die Vögel zwitschern, ein Hahn kräht – so habe ich mir das vorgestellt! Es wird sonnig und warm, ein leichter Wind weht – Waschtag!

Aber zuerst gehen wir auf den Markt in Langeac und decken uns mit Käse, Oliven und einer auvergnatischen Wurstspezialität ein.
Am Nachmittag steigen wir auf die Räder. Die 15. Etappe der Tour de France wird nicht weit entfernt vom Campingplatz vorbeiführen und wir können die Strecke ja schon mal Probe fahren 😉 . Führt die wirklich durch Wiesen und Wälder, über Stock und Stein? Wir haben uns einen leichten Tourenvorschlag ausgesucht, aber mit dieser Klassifizierung scheint es genauso zu sein wie mit den Kleidergrößen: Eine französische „M“ ist bei uns maximal eine „S“. Und so schnaufen wir kräftig bei der (mehrmaligen) Überwindung von 315 Höhenmetern. Ich muss gestehen, so viel habe ich mein Fahrrad noch nie geschoben, auch abwärts! Nicht nur die Steigung macht uns zu schaffen, auch die schlechten Wege mit vielen Steinen. Viel zu spät merken wir, dass wir mit unseren Tourenrädern versuchen, eine MTB-Strecke zu fahren. Unser Zweirad-begeisterter Kollege hätte seine wahre Freude daran gehabt. Mysteriöse Reifenspuren erklären sich am Ende: Uns kommt ein Quad-ähnliches Gefährt mit Überrollbügel entgegen, das durch den Wald jagt. Ich hatte keine Zeit, von der Strecke Fotos zu machen, war ich doch zu beschäftigt, mein Rad zu schieben oder krampfhaft die Bremsen zu betätigen. Auf dem höchsten Punkt wurden wir wenigstens mit einer tollen Aussicht belohnt. Damit Ihr auch richtig Mitleid mit uns habt, hier noch das Höhenprofil unseres „Abstiegs“ mit teilweise 14,5% Gefälle!


Und dann sind wir froh, neben der Waschmaschine auch die zweite Annehmlichkeit eines Campingsplatzes in Anspruch nehmen zu können: Eine warme Dusche!